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  1. Die Antwort des befragten Volkskundlers beginnt mit einem kleinen Ausweichmanöver: Bei vielen Bräuchen wisse man gar nicht so genau, wie sie begonnen haben. Oft reiche es aus, wenn eine einflussreiche Person mit irgendetwas beginnt. Viele andere würden das dann kopieren und es so immer weiter verbreiten. Und so könnte es auch mit den Weihnachtsbäumen gewesen sein. Vermutlich gab es die ersten zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Sie wurden von den Handwerkszünften mit den unterschiedlichsten Süßigkeiten geschmückt. Aber auch Wurst und Käse konnten damals an den Festbäumen baumeln. Nach den Feiertagen durften die Kinder die Bäume dann plündern. Zu den klassischen Weihnachtsbäumen wurden sie erst im Laufe der Zeit. Ein Kupferstich von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1509 zeigt einen mit Lichtern und Sternen geschmückten Nadelbaum.

    Die Weihnachtsbäume haben es aber nicht nur in die Wohnzimmer geschafft, weil an ihnen so viel Platz für Geschenke ist. Denn eigentlich sind sie in erster Linie eine sichtbare Durchhalteparole. Während draußen vor der Tür der strenge Winter regierte, erinnerte der Baum die Menschen daran, dass auch wieder wärmere Zeiten kommen werden. Ein Beleg dafür ist: Noch bevor ganze Nadelbäume vor die Kamine und Öfen gestellt wurden, mussten abgeschnittene Obstbäume diese Rolle spielen. Diese trieben dann in der Wärme der Zimmer neue Blätter. Das Grün der Zweige versprach, dass die Natur wieder zum Leben erwachen wird. So sind auch die Lichter an den Weihnachtsbäumen zu erklären. Die Kerzen erleuchten die dunkle Jahreszeit und sind so bis heute für die Menschen eine Gegenkraft zum bitteren Winter.

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